Kahoot: Das spielerische Präsentations-Tool nach dem Gamification-Prinzip

von | Nov 20, 2021 | Produktivität | 0 Kommentare

Was ist Kahoot?

 

Kahoot ist eine Plattform, die den Fokus auf das spielerische Lernen und auf Interaktionen setzt. Die spielorientierte Bildungswebseite wurde 2013 vom gleichnamigen Unternehmen gegründet. Die Nutzung ist kostenlos. Seit 2019 gibt es eine Premium-Version mit mehr Inhalten. Zum Zeitpunkt des Artikels gibt es rund 1,5 Millionen Ersteller und 49 Millionen Spieler. Der Wert des Unternehmens wurde im Oktober 2018 auf 300 Millionen US-Dollar geschätzt.

 

Für wen eignet sich Kahoot?

 

Kahoot eignet sich primär für Lehrer und Schüler. Lehrer können das Wissen der Kinder spielerisch abfragen und mit der Lernerfolgskontrolle analysieren, ob sich die Schüler verbessern und ob mögliche Lernschwächen auftreten. Das Tool setzt auf „Gamification“. Diese Methode wird bei Schulungen oder Vorträgen eingesetzt. Teilnehmer bringen sich interaktiv ein. Das Gelernte verankert sich nachweislich besser ins Gedächtnis. Kahoot unterscheidet sich essenziell von Mentimeter. Mentimeter ist eher ein Hybrid aus Präsentationstool und Anwendungsmodul für aktive Interaktionen. Kahoot arbeitet mit ähnlichen Elementen, die eher auf eine junge Zielgruppe passen.

 

 

Wie lässt sich Kahoot im Thema Produktivität einordnen?

 

In der Regel arbeiten Lehrkräfte mit Kahoot. Lehrer gestalten die Unterrichtsstunden mit vorgegebenen Modulen. Kahoot ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Schüler auf bevorstehende Prüfungen vorzubereiten. Entweder als Element in einer Unterrichtsstunde oder als Zusatz. Die Kahoots lassen sich ganz einfach mit der generierten Spiele-PIN von zu Hause aus starten. Der Ersteller kann auswählen, ob eine Auswertung gespeichert werden soll. Die Teilnehmer können sich mit einem eigenen Spitznamen anonymisieren.

 

In welchen Bereichen hilft Kahoot außerdem?

 

Kahoot unterstützt Lehrer bei der Ausarbeitung des Lernmaterials. Nutzer machen sich mehr Gedanken über die Umsetzung des Lehrplanes. Besonders Lehrkräfte, die seit Jahren im Bereich tätig sind, kommen auf neue kreative Ideen. Das Feedback wird in den Berichten dargestellt. So können Lehrer prüfen, ob es Lernschwächen in bestimmten Themen gibt.

 

Wie funktioniert Kahoot?

 

Kahoot ist simpel und spielerisch aufgebaut. Zur Zielgruppe gehören Jugendliche und junge Erwachsene. Auf die Funktionen gehen wir nachfolgend etwas genauer ein.

 

Schritt 1: Die Anmeldung

Es gibt zwei Webseiten mit unterschiedlichen Bereichen. Nutzen Sie die Webseite unter kahoot.com für die erstmalige Registrierung. Die Seite unter kahoot.it ist für die Teilnehmer geeignet. Anschließend wählen Sie den Kontotyp aus. Ihnen stehen „Lehrkraft“, „Lernende/r“, „Persönlich“ oder „Beruflich“ zur Auswahl. Wir wählen Lehrkraft aus, um Kahoot aus der Sicht eines Lehrers vorzustellen. Im nächsten Schritt wählen Sie Ihren Arbeitsplatz aus. Das Tool schlägt „Schule“, „höhere Bildung“, „Schulverwaltung“ und „Beruf“ vor. Wir haben uns für „Andere“ entschieden und können damit den Schritt überspringen. Anschließend tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse und ein Passwort ein und klicken auf „Registrieren“. Alternativ können sie sich mit einem Konto von Google, Microsoft, Apple oder Clever anmelden. Wir haben uns für die Variante mit E-Mail-Adresse und Passwort entscheiden. Uns wird ein Preismodell unmittelbar nach der Registrierung angezeigt. Wir wählen „Basic“. Unten im Artikel gehen wir detaillierter auf das Preismodell ein. Zuletzt können wir einen Namen, einen Benutzernamen, das Land, die Region und den Namen unserer fiktiven Schule eintragen. Wir wählen „Workspaceinsider“.

 

Schritt 2: Das Dashboard verstehen

Im ersten Moment wirkt das Dashboard überladen. Wir schauen uns die einzelnen Punkte genauer an. Oben in der Leiste finden Sie die Punkte „Home“, „Entdecken“, „Bibliothek“, „Berichte“ und „Gruppen“. Auf der rechten Seite gibt es die Reiter „Upgrade“, „Teilen“, „Erstellen“, „Einstellungen“ und eine „Glocke“. In der linken Spalte werden weitere Dienste des Unternehmens angezeigt.

Home: Dieser Bereich stellt das zentrale Dashboard dar. Dort sehen Sie Ihre erstellten Kurse und Kahoots, Ihren Teambereich, Ihre letzten Berichte, eine Challenge-Übersicht, Neuigkeiten und Top-Vorschläge.

Entdecken: Hinter „Entdecken“ verstecken sich Vorlagen. Kahoot arbeitet mit Firmen wie Disney, Marvel, National Geographics, Star Wars oder Minecraft zusammen. Die Kahoots sind im Stil des jeweiligen Unternehmens gehalten. Besonders bei Disney oder Minecraft erkennen junge Spieler die Parallelen zu aktuellen TV-Sendungen oder PC-Games. Alternativ können Sie zwischen den Kategorien Mathematik, Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Allgemeinwissen, Literatur oder Geschichte wählen. Eine Suchfunktion gibt es ebenfalls.

Berichte: Hier finden Sie alle Berichte und Auswertungen Ihrer Kahoots. Die Auflistung bezieht sich auf jedes einzelne Quiz. So können mit der Lernerfolgskontrolle feststellen, wie gut sich die Teilnehmer entwickeln.

Gruppen: Teilen Sie die Teilnehmer in Gruppen ein. Klicken Sie auf „Gruppe erstellen“, vergeben Sie einen Namen, eine Beschreibung und laden Sie neue Mitglieder ein.

 

 

Schritt 3: Das erste Quiz erstellen

Auf der Seite müssen Sie sich etwas umgewöhnen. Das Wort „Quiz“ nennt sich „Kahoot“. Klicken Sie auf der rechten Seite auf „Kahoot erstellen“. Ihnen stehen sechs Vorlagen zur Verfügung. Wir wählen eine Blanko-Seite. Es erscheint eine Seite, die uns stark an Mentimeter erinnert. Oben tragen Sie eine Frage ein. Wir wählen die Frage „Was ist eine Videokamera“. Unterhalb der Frage können wir das Quiz mit Medien verschönern. Es stehen eigene Bilder, Bilder von Getty Images, GIFs von Giphy oder Videos von YouTube bereit. Wir haben uns für ein Bild aus der Getty Images Galerie entschieden. Unten tragen Sie vier mögliche Antworten ein. Davon wählen Sie eine oder mehrere Fragen als „korrekte Antwort“ aus.

 

Schritt 4: Das Quiz gestalten

Im dritten Schritt sind wir grob auf die Erstellung eines Kahoots eingegangen. Für den Feinschliff gehen wir etwas mehr ins Detail. Rechts wählen Sie vorab den Fragetyp, das Zeitlimit, die Punkte und Antwortmöglichkeiten aus.

Fragetyp: Wählen Sie zwischen „Quiz“, „Wahr oder falsch“, „Antwort eingeben“ oder „Puzzle“. Zusätzlich können Sie eine Umfrage oder eine Wortwolke erstellen. Es gibt ein „offenes Dokument“. Hier tragen die Teilnehmer eigene Antworten ein. Bei „Brainstorming“ reichen die Spieler ihre Ideen ein und diskutieren darüber.

Zeitlimit: Wählen Sie aus, wie viel Zeit jeder Spieler für die Beantwortung einer Frage erhält. Sie können zwischen 20 Sekunden und 4 Minuten wählen.

Punkte: Sie haben die Auswahl zwischen „Standard“, „Doppelte Punkte“ oder „keine Punkte“. Diese Einstellung lässt sich auf jede Quiz-Folie separat einstellen. Beispielsweise für besonders schwierige oder kurze Fragen.

Antwortmöglichkeiten: Wählen Sie zwischen die Einzel- und Mehrfachauswahl. Gestalten Sie Ihr Kahoot mit der Mehrfachauswahl etwas anspruchsvoller.

Bild aufdecken: Sie können das gewählte Quiz-Bild aufdecken lassen. Es gibt vier verschiedene Varianten. Wenn Sie das Zeitlimit auf 4 Minuten setzen, dann dauert die Aufdeckung 4 Minuten. Die Spieler bekommen mit dieser Funktion ein Zeitgefühl.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind etwas begrenzt. Aufgaben und Fragen können mit eigenen oder vorgegebenen Bildern versehen werden. Dies ist keinesfalls ein Ausschlusskriterium, da Kahoot generell spielerisch und gut designt wirkt.

 

Schritt 5: Spieler einladen

Diese Funktion baut auf die Idee von Mentimeter auf, jedoch ist sie in der Umsetzung etwas umständlicher. Das Kahoot muss vollständig und abgeschlossen sein. Klicken Sie rechts auf den Namen des Kahoots. Anschließend erscheint ein Fenster mit allen relevanten Daten. Links steht „Spielen“. Sie haben die Wahl zwischen „Unterrichten“ oder „Zuweisen“. Der Punkt „Unterrichten“ richtet sich an Lehrer oder Personen, die das Kahoot mit den Teilnehmern gemeinsam spielen. „Zuweisen“ richtet sich an alle, die das Quiz zu einer unbestimmten Zeit spielen möchten.

Nach der Auswahl erscheint eine neue Seite mit weiteren Spieloptionen. Die einzelnen Optionen sind mit Schiebereglern versehen. Es gibt „personalisiertes Lernen“, „Friendly nickname generator“, „Fragen und Antworten auf den Geräten der Spieler anzeigen“, „Lobbymusik“, „Reihenfolge der Fragen und Antworten zufällig anordnen“, „minimierte Intro-Anweisungen anzeigen“, „Zwei-Schritt-Beitritt“, „automatisch von Frage zu Frage wechseln“ und „nach jedem Spiel erneut beitreten“. Die Optionen sind selbsterklärend. Anschließend wählen Sie zwischen „Spieler gegen Spieler“ oder „Team gegen Team“. Danach wird eine Spiel-PIN geladen. Die Teilnehmer können auf Kahoot.it oder in der Kahoot!-App spielen. Dort tragen Sie die Spiel-PIN ein und können loslegen. So ähnlich verhält es sich bei Mentimeter. Kahoot setzt den Fokus mehr auf das „Gamification Prinzip“.

 

 

Worin liegen die Vorteile von Kahoot?

 

Das Tool fördert die Aufmerksamkeitsspanne und Kommunikation der Schüler. Außerdem steigert es den allgemeinen Lernerfolg. Schüler merken sich Antworten besser, wenn sie das Wissen darüber auf spielerische Art und Weise erlernen.

 

Worin liegen die Schwächen?

 

Wir betrachten immer das gesamte Projekt, den Sinn und Zweck und die ausgewählte Zielgruppe. Kahoot ist eine Lernplattform und fördert den Lernerfolg der Schüler. Dieser Aufgabe kommt das Tool besonders gut nach. Zur Schwäche wird die Premium-Variante. Die kostenlose Variante ist stark eingeschränkt. Wer mehr aus Kahoot holen will, wird zur Premium-Version greifen müssen.

 

Ist das Tool DSGVO-konform?

 

Das Unternehmen stellt eine DSGVO-Konformitätserklärung zur Verfügung. Dort erklärt Kahoot, wie sie personenbezogene Daten schützt und welche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Sie erklären ebenfalls, untergeordnete Datenverarbeiter in Länder außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes zu nutzen. Das bedeutet, dass Ihre Daten und die Daten der Schüler nach Kanada oder in den USA versendet werden. Dies geschieht unter den Vorgaben der DSGVO. Demnach ist das Unternehmen DSGVO-konform.

 

 

Was kostet Kahoot?

 

Ihnen stehen mehrere Tarife zur Verfügung. Die Tarife unterteilen sich in „Team-Tarife“, „Enterprise“ und „Einmalige Veranstaltungen“. Wir gehen auf die wichtigsten Tarife ein.

  1. Kahoot!-Starter: Dieser Tarif eignet sich für kleine Gruppen. Inbegriffen sind maximal 10 Spieler pro Kahoot, selbst gesteuerte Kahoots, Kahoots über Videokonferenzen, eine Zoom- und Microsoft-Teams Integration, Richtig / Falsch und Quiz. Der Preis liegt bei 10 Dollar pro Monat mit einer jährlichen Abrechnung.
  2. Kahoot! 360 Standard: Dieser Tarif beinhaltet alle Funktionen aus dem Starter-Tarif. Hinzu kommen Bild aufdecken, Frage-Punkte, eine Umfrage, PowerPoint und Hopin Integration, ein Folien-Layout und ein Bild pro Kahoot. Der Preis liegt bei 17 Dollar pro Monat mit einer jährlichen Abrechnung.
  3. Kahoot! 360 Presenter: Im Paket sind alle Funktionen vom Starter und 360 Standard Tarif enthalten. Zu den weiteren Funktionen gehören das Puzzle, Bilder als Antworten, Mehrfachauswahl, Wortwolke, Brainstorming und Folien importieren. Der Preis liegt bei 39 Dollar pro Monat mit einer jährlichen Abrechnung.
  4. Kahoot! 360 Pro: Das Pro-Paket beinhaltet alle Funktionen aus den anderen drei Paketen. Hinzu kommen Kahoot!-Turnier, Teammodus, Eingabe einer Antwort, offene Fragen, Kurse, Teilnehmer per E-Mail zuweisen und die Spieler-Kennung. Der Preis liegt bei 59 Dollar pro Monat mit einer jährlichen Abrechnung.
  5. Die Team-Tarife eignen sich für Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern. Die Lizenzen im Team-Tarif sind günstiger als der Einzelkauf. Einmalige Veranstaltungen richten sich an ein großes Publikum.

 

Fazit & Bewertung zu Kahoot

Wir orientieren uns für ein nachvollziehbares Fazit an Mentimeter und stellen beide Tools gegenüber. Mentimeter arbeitet nach dem „Gamification Prinzip“ und setzt den Fokus eher auf Businesskunden. Es eignet sich für andere Bereiche. Sie erstellen Präsentationen oder ein schönes Webinar. Kahoot ist ähnlich aufgebaut und setzt den Fokus bewusst auf Gamification und auf eine junge Zielgruppe. Hier profitieren Lehrer durch die Lernerfolge der Schüler. Die Schüler oder Teilnehmer erhalten eine PIN zur Teilnahme. So ist eine Remote Verbindung von außerhalb möglich, ohne eigene Server bereitstellen zu müssen. Mentimeter äußert sich nicht zum Thema DSGVO. Wir gehen davon aus, dass der Dienst nicht DSGVO-konform ist. Kahoot liefert sogar eine Stellungnahme über den Datenschutz und ist DSGVO-konform. Es gibt einen negativen Aspekt, der erst während der Bedienung auffällt. Kahoot wirkt etwas veraltet. Dies betrifft ausschließlich die Internet-Präsenz. Die Darstellung der Fragen oder die Lobby wirken sehr modern und einladend. Kahoot gibt es in deutscher Sprache. Darauf verzichtet Mentimeter. Beide Varianten sind benutzerfreundlich und lassen sich gut bedienen, wobei sich Mentimeter etwas besser schlägt. Wir empfehlen Kahoot für alle, die sich auf das spielerische Lernen konzentrieren möchten.

HIER geht es zu Kahoot.

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