Was ist Mentimeter? Ein Präsentations-Tool mit vielen Optionen

von | Nov 19, 2021 | Produktivität | 0 Kommentare

Was ist Mentimeter?

 

Mentimeter ist ein Tool für Echtzeit Feedback während einer laufenden Präsentation. Das gleichnamige junge Unternehmen wurde 2014 von Jonny Warström in Schweden gegründet. Die Computerzeitschrift c’t stellte das interaktive Programm im Jahr 2018 vor. Deutsche Medien wie der MDR und bekannte internationale Medien wie BBC berichteten in der Vergangenheit über Mentimeter. Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung des Tools. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was das Tool kann und für wen es geeignet ist.

 

Für wen eignet sich Mentimeter?

 

Mentimeter unterscheidet sich komplett von allen anderen von uns vorgestellten Tools. Das Tool „Mindmeister“ geht optisch eher in diese Richtung. Kahoot ist ähnlich aufgebaut, geht aber mehr in die Richtung „Gamification“. Mentimeter eignet sich für Personen, die etwas Schwung in die eigene Präsentation bringen möchten. Die Zuhörer können mittels Smartphone interaktiv an dieser Präsentation teilnehmen und sich einbringen. Das Tool richtet sich an Privatanwender und an Business-Kunden, die regelmäßig Präsentationen im Unternehmen halten. Viele Personen verfallen bei häufigen Präsentationen in eine Art „Geschäftsblindheit“. Mit der Zeit geht die Weitsicht verloren. Das Publikum wirkt gelangweilt oder spielt mit dem Smartphone. Das interaktive Tool sorgt für eine rege Teilnahme.

 

Wie lässt sich Mentimeter im Thema Produktivität einordnen?

 

Wir gehen auf Workspaceinsider primär auf Projektmanagement-Tools ein. Mentimeter ist kein Projekt- oder Aufgabenmanagement-Tool. Es ist eher ein Präsentationstool wie PowerPoint, jedoch mit interaktiven Eigenschaften. Dennoch bietet das Tool eine gewisse Form von Produktivität.

PowerPoint und ähnliche Programme sind eher linear aufgebaut. Sie öffnen das Programm und erstellen einige Folien. Durch Mentimeter stehen mehr Möglichkeiten offen. Sie konzentrieren sich automatisch intensiver auf die Präsentation. Sie überlegen sich, welche Interaktionen möglich sind und welche Präsentationsseiten sie passend dazu erstellen können. Dadurch ergibt sich eine andere Atmosphäre, die gleichzeitig Ihre Kreativität und Produktivität fördert. Die Teilnehmer bemerken Ihre Mühe. Nach mehreren Vorträgen können Sie auswerten, wie gut oder schlecht manche Interaktionen ankamen. Passen Sie nachfolgende Vorträge entsprechend an und beobachten Sie die Reaktionen der Teilnehmer.

 

In welchen Bereichen hilft Mentimeter außerdem?

 

Sie können Ihre Team-Zusammenarbeit fördern. Arbeiten Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen an einer Präsentation und bringen Sie neue Ideen ein. Ihre Kollegen oder Mitarbeiter können sich die Präsentation aus der Sicht eines Teilnehmers anschauen und Tipps geben.

 

 

Wie funktioniert Mentimeter?

 

Die Registrierung ist denkbar einfach. Sie werden durch vier Schritte geleitet und müssen bestimmte Fragen beantworten. Darunter fallen die Gründe (Arbeit, um etwas zu lernen oder unbekannt) und welches Ziel Sie mit der Anwendung des Tools erreichen möchten. Die Auswahl der Antworten spielt keine Rolle. Wir haben uns mehrfach registriert und verschiedene Varianten gewählt. Das Dashboard blieb gleich. Vermutlich nutzt das Tool die Daten zu internen Zwecken.

 

Schritt 1: Das Dashboard verstehen

Das Dashboard nennt sich „My presentations“ und zeigt eine übersichtliche Darstellung. Unter „My presentations“ sind die Punkte „Inspiration“ und „Branding & Colors“ gelistet.

 

Schritt 2: Die erste Präsentation erstellen

Klicken Sie auf „My presentations“ und anschließend auf „+ New presentation“. Anschließend vergeben Sie einen Namen. Dafür stehen Ihnen 100 Zeichen zur Verfügung. Wir haben uns in den anderen Tools für die „Videoplanung“ entschieden, um die Funktionen anhand eigener Beispiele verständlicher erklären zu können. Bei Mentimeter wählen wir „Produktion eines Videos“, da es sich primär um ein Präsentationstool handeln. So können wir ein faktisches Beispiel darstellen. Klicken Sie anschließend auf „Create presentation“. Auf der linken Seite sehen Sie „+Add slide“ und „Import“. Unter „+Add slide“ fügen Sie neue Seiten hinzu. Der Reiter „Import“ unterstützt Präsentationen aus anderen Programmen. Darunter fallen Powerpoint, Keynote oder Google Slides. Die Projekte werden komplett übernommen und unterstützt. Starten Sie die fertige Präsentation mit dem Button „Present“ in der oberen rechten Ecke.

 

Schritt 3: Die Elemente richtig wählen

Mentimeter lebt von Interaktionen. Sie können ganze Präsentationen oder Teile des Tools in die eigene Präsentation übernehmen. Eine Mischung steigert die Aufmerksamkeit Ihres Publikums. Die teilnehmenden Personen müssen nicht stetig interaktiv mitwirken und erhalten Pausen zwischen den Interaktionen.

Zur Auswahl stehen Ihnen „Type“, „Content“ und „Customize“.

  1. Unter „Type“ wählen Sie den Aufbau der Fragen aus. Es gibt Multiple Choice, Word Cloud, Open Ended, Scales, Ranking oder Q&A. Die Fragen erhalten ein eigenes Layout. Im selben Tab wählen Sie zwischen „Quiz Competition“ und „Type Answer“. Unter „Quiz Competition“ können Sie wählen, ob die Teilnehmer eine Antwort anklicken oder selbstständig eintragen sollen. Der wichtigste Punkt nennt sich „Content slides“ und dient der Ausgestaltung. Dafür stehen Ihnen insgesamt 6 Slides zur Verfügung, mit denen Sie Ihre Präsentation ohne Interaktionen ausarbeiten können. Interessant sind die „Advanced questions“. Derzeit gibt es 5 verschiedene Darstellungen, mit der Sie eine Auswertung visuell darstellen können. Wichtiger Hinweis: Mit der Taste „T“ starten Sie eine Test-Präsentation. Das Tool nutzt Ihre Vorlage und generiert Antworten oder Klicks auf Antworten. Dadurch sehen Sie, wie Ihre Präsentation aussehen würde.
  2. Unter „Content“ tragen Sie Ihre Fragen und mögliche Antworten ein. Es gibt keine Begrenzung. Sie können jede Frage mit einem Bild visuell darstellen. Wählen Sie eigene Bilder aus oder stöbern Sie in der Image Library von Unsplash oder Giphy. Unsere Präsentation bekam den Namen „Produktion eines Videos“. Unter „Question“ wählen wir „Welche Kamera eignet sich eurer Meinung nach für Werbevideos“. Als Antworten geben wir „eine DSLR-Kamera“, „eine Systemkamera“ oder „ein Smartphone“ vor. Die Teilnehmer nehmen an dieser Umfrage teil. Diskutieren Sie je nach Ergebnis mit den Zuhörern über die Antworten.
  3. Hinter „Customize“ verstecken sich Einstellungen. Sie können das Voting schließen, die Instructions Bar oder die Ergebnisse ausblenden. Außerdem stehen weitere Layouts bereit, mit denen Sie die Präsentation etwas verändern können.

 

 

Schritt 4: Fertige Beispiele und Themes

Unter „Present“ befinden sich die Reiter „Examples“, „Themes“ und „Settings“. Dort nehmen Sie weitere Einstellungen vor.

  1. Example Slides: Mentimeter stellt über 201 Vorlagen bereit. Wählen Sie zwischen verschiedenen Kategorien und Typen. Die „Audience size“ unterteilt sich in Small, Medium, Large oder Extra large. Dort finden Sie Präsentationen, die auf die Größe des Publikums abgestimmt sind.
  2. Themes: Hinter Themes verstecken sich „Themen“ in Form einer visuellen Darstellung. Es handelt sich um Designs, die Sie auf Ihre eigenen Werke anwenden können.
  3. Settings: Unter Settings nehmen Sie relevante Einstellungen vor. Wählen Sie die Art der Präsentation, die Interaktionen, wie die Fragen gezeigt werden sollen, einen Moderator und eine Kommentarfunktion aus. Mentimeter ist komplett in englischer Sprache verfasst, jedoch können Sie den Inhalt in anderen Sprachen übersetzen lassen.

 

Schritt 5: Das Publikum einladen

In jeder Präsentation steht eine „Instructions bar“. In dieser Leiste befindet sich ein Code, den die Teilnehmer auf Menti.com eingeben und die Präsentation verfolgen oder an Umfragen teilnehmen können. Das Tool ist an dieser Stelle besonders intelligent durchdacht. Die Website ist von jedem Endgerät aus abrufbar. Auf störende Werbung oder Pop-Ups verzichtet Mentimeter. Anschließend geben die Teilnehmer den 6-stelligen Code ein und können abstimmen. Selbst sehr alte Endgeräte besitzen einen Browser, der die sauber designte Webseite darstellen kann. Somit fallen bestimmte Fehlerquellen weg. Es ist nur ein Internet-Zugang notwendig, der sich durch ein freies WLAN-Netz im Unternehmen realisieren lässt. Es handelt sich um eine externe Remote Verbindung. Nur Teilnehmer, die den Code besitzen, können der Sitzung beitreten.

 

Worin liegen die Vorteile von Mentimeter?

 

Mentimeter ist viel mehr als ein einfaches Präsentationstool. Sie legen durch die Gestaltungsfreiheiten automatisch mehr Fokus auf eine sinnige Darstellung. Die Kommunikation zwischen beiden Parteien wird angeregt. Im Tool lässt sich das Prinzip „Gamification“ anwenden. Unter „Gamification“ versteht man eine spielerische Atmosphäre in einer seriösen Umgebung. Nutzen Sie im Tool Fragen wie „Wann wurde die erste Kamera entwickelt?“ Diese Frage wird keiner genau beantworten können. Derjenige, der sehr nah am Ergebnis liegt, erhält eine Belohnung. Denken Sie sich etwas Humorvolles aus. Sie können Gruppen bilden und diese Gruppen gegeneinander antreten lassen. Es entsteht eine Art spielerischer Konkurrenzkampf. Das Tool eignet sich besonders gut für Gamification, da Sie das Voting nach einer gewissen Zeit ausstellen können. Damit erzeugen Sie einen spielerischen und aktiven Austausch.

Uns fiel während der Arbeit mit Mentimeter auf, dass sich das Tool in völlig andere Bereiche anwenden lässt. Sie können ein professionelles Webinar erstellen und online präsentieren. Denkbar wären Aufgaben, um das Wissen abzufragen. Beispielsweise während oder nach einer Schulung. In der Lernerfolgskontrolle sehen Sie, ob sich die Teilnehmer verbessern.

 

 

Worin liegen die Schwächen?

 

In dieser Form gibt es keine wirklichen Schwächen. Der Gestaltungsspielraum ist zwar komplex, jedoch stößt man schnell an seine Grenzen. Dafür lassen sich Vorlagen aus anderen Programmen importieren. Wir können kein vollumfängliches PowerPoint-Tool erwarten, dafür gibt es andere Programme. Mehr Vorlagen wären wünschenswert, um nicht auf andere Programme zugreifen zu müssen. Die Kernaufgabe erfüllt das Tool souverän: Interaktionsmöglichkeiten sind ausreichend gegeben.

 

Ist das Tool DSGVO-konform?

 

Das Unternehmen hält sich in den eigenen AGB sehr bedeckt. Mentimeter befindet sich in Schweden und muss sich an EU-geltendes Recht halten. Allerdings nutzen sie US-basierte Server und Dienste. Die Infrastruktur läuft über Slack, Dropbox, Amazon und Google. Wir konnten nicht ermitteln, wie der Datenschutz gehandhabt wird. Sie müssen Ihre Teilnehmer darauf hinweisen. Ebenso können wir nicht feststellen, ob die Ergebnisse anderweitig ausgewertet werden.

 

Was kostet Mentimeter?

 

Es gibt vier Preismodelle, auf die wir genauer eingehen.

 

Free

Diese Variante ist kostenlos, eine Kreditkarte ist nicht notwendig. Inbegriffen ist eine unlimitierte Anzahl an Teilnehmern und Präsentationen sowie 2 Fragen und 5 Quiz-Fragen.

 

Basic

Basic beinhaltet alles aus der kostenlosen Variante. Hinzu kommen unendlich viele Fragen, der Import von Präsentationen aus Drittanbieter-Programmen und ein Export für Excel.

Der Preis liegt bei 9,99 Dollar im Monat pro Präsentator. Eine jährliche Abrechnung ist derzeit nicht möglich.

 

Pro

Pro beinhaltet alles aus Free und Basic. Sie können Teams bilden oder mit externen Personen zusammenarbeiten und das eigene Branding in die Präsentation einpflegen.

Der Preis liegt bei 24,99 Dollar im Monat pro Präsentator. Eine jährliche Abrechnung ist derzeit nicht möglich.

 

Enterprise

Enterprise beinhaltet alles aus Free, Basic und Pro. Hinzu kommt ein unternehmensweites Branding, ein Erfolgsmanager zur Auswertung und ein verschlüsselter Log-in pro Person.

Den Preis können Sie ganz einfach erfragen. Er ist abhängig von der Anzahl der Personen, die das Programm innerhalb des Unternehmens nutzen möchten.

 

Fazit & Bewertung zu Mentimeter

Mentimeter ist ein Hybrid aus Präsentationstool und Anwendungsmodul für aktive Interaktionen. In den ersten Stunden investierten wir primär Zeit in die Erstellung von Präsentationen. Nach der Einarbeitung wurde klar: Mentimeter bietet viel mehr. Sie können ein komplettes Webinar auf die Beine stellen und online begleiten oder innerhalb des Unternehmens vortragen. Die Zuschauer oder Kunden müssen sich aktiv daran beteiligen. Eine solche Präsentation wirkt positiv, da sie sich komplett von standardisierten Vorträgen unterscheidet. Andere Bereiche sind denkbar. Etwa die Vorstellung eines Produktes oder des Unternehmens. Ganze Schritt-für-Schritt Anleitungen lassen sich problemlos erstellen. Erstellen Sie interaktive Tests, mit denen Sie Mitarbeiter nach einer Schulung oder einem Lehrgang abfragen können. Zwei negative Aspekte haben wir gefunden. Leider gibt es Mentimeter nicht in deutscher Sprache. Dafür lassen sich die Fragen oder vom Tool vergebene Sätze in deutscher Sprache übersetzen. Der gesamte Aufbau erinnert an PowerPoint und ähnliche Programme. Die selbsterklärenden Elemente sorgen für einen schnellen Einstieg. Uns fehlten noch Vorlagen und Designmöglichkeiten für die nicht interaktiven Seiten. Mit etwas Kreativität können Sie gute Seiten mit den vorhandenen Vorlagen erstellen.

HIER geht es zu Mentimeter.

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